Romeo Santos & Prince Royce: Bachata zwischen Tradition, Gefühl und Zukunft
07. Januar 2026
Wenn Romeo Santos und Prince Royce gemeinsam auftreten, treffen nicht nur zwei Weltstars aufeinander, sondern auch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Bachata. Beide Künstler stammen aus dem Bronx, beide haben dominikanische Wurzeln – und beide haben Bachata auf ihre eigene Weise geprägt. Wir schauen einmal genauer auf das Phänomen „Bachata“ und hören in das Gespräch der beiden Weltstars im Musikpodcast der New York Times rein.
Was ist Bachata?
Bachata ist ein Musik- und Tanzstil aus der Dominikanischen Republik, der im 20. Jahrhundert entstand. Lange galt er als Musik der unteren sozialen Schichten – emotional, direkt und geprägt von Themen wie Liebe, Sehnsucht, Herzschmerz und Alltagserfahrungen.
Typisch für Bachata sind Gitarrenmelodien, Bass, Bongos und die Güira, kombiniert mit einem sehr emotionalen, erzählerischen Gesang. Dieses „Sentimiento“ – das fühlbare Gefühl – steht bis heute im Mittelpunkt des Genres.
Über Jahrzehnte wurde Bachata kulturell unterschätzt. Erst ab den 1990er- und 2000er-Jahren begann ihr internationaler Aufstieg. Künstler wie Aventura, Romeo Santos und später Prince Royce modernisierten den Sound, integrierten Pop-, R&B- und urbane Elemente und machten Bachata weltweit zugänglich – ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Romeo Santos: Bachata als kulturelle Mission
Romeo Santos, geboren 1981 im Bronx, zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten der modernen Bachata. Als Frontmann und Hauptkomponist von Aventura trug er maßgeblich dazu bei, das Genre aus den New Yorker Vierteln auf die großen internationalen Bühnen zu bringen.
Im Popcast betont Santos, dass er nie mit dem Ziel gearbeitet habe, ein „Star“ zu werden, sondern immer das Genre Bachata im Fokus stand. Alben wie Generation Next oder Utopia seien bewusst als Plattform für neue Künstler und Ideen geschaffen worden. Wichtig sei ihm Authentizität und Emotion: manche Gesangsaufnahmen blieben roh, um das Gefühl („sentimiento“) zu bewahren.
Santos berichtet zudem, dass er schon früh versuchte, Bachata international zu bringen, oft gegen Skepsis von Labels. Für ihn sei es entscheidend, dass die Musik Menschen berührt – auch ohne Sprachverständnis.
Prince Royce: Zwischen Tradition und Innovation
Prince Royce, geboren 1989, wuchs ebenfalls im Bronx auf und erlebte die Musik von Aventura hautnah. Im Podcast beschreibt er, wie sehr ihn die Songs von Aventura inspirierten: Sie machten Bachata „cool“ für eine jüngere Generation und zeigten, dass das Genre mehr sein kann als melancholische Liebe.
Sein Durchbruch mit „Stand By Me“ machte Bachata international, überschattete aber zunächst seine eigenen Songs. Royce erklärt offen, wie schwer es war, sich zwischen Tradition und moderner Interpretation zu behaupten. Mit Pop-, R&B- und urbanen Einflüssen prägte er eine neue, globale Bachata-Ästhetik, ohne die emotionale Tiefe des Genres zu verlieren.
Zusammenarbeit: Gleichberechtigt und kreativ
Besonders spannend ist ihre Zusammenarbeit: Santos und Royce betonen, dass kein Künstler die Oberhand hat. Im Studio entstehen Songs oft spontan, Ideen fließen frei zwischen ihnen. Royce beschreibt, wie sie gegenseitig Referenzvocals einbringen und dadurch neue musikalische Farben entdecken. Santos ergänzt: Das Projekt sei „für Bachata, für die Kultur, für das Genre“ – nicht für persönliche Egos.
Beide reflektieren im Podcast auch über den Einfluss früherer Generationen: Sie sehen sich als Fortsetzung der Arbeit von Künstlern wie Anthony Santos oder Luis Valga und betonen die Verantwortung, Bachata weiterzuentwickeln, ohne die Wurzeln zu verlieren.
Herausforderungen, Anerkennung und Innovation
Im Gespräch zeigen beide, wie schwer es war, Bachata international zu etablieren. Santos spricht von der fehlenden Anerkennung bei großen US-Awards, von Labels, die skeptisch gegenüber spanischsprachiger Musik waren, und davon, dass es Mut erfordert habe, neue Einflüsse zuzulassen.
Prince Royce hebt hervor, dass Innovation oft auf Kritik stößt – neue Instrumente, Pop-Elemente oder urbane Einflüsse werden nicht immer sofort verstanden. Für beide ist dennoch klar: Mut und Authentizität sind wichtiger als kurzfristige Anerkennung.
Ein Abend für Bachata-Fans
Die beiden Künstler zeigen, dass Bachata nicht nur Musik, sondern Kultur, Emotion und Geschichte ist. Das gemeinsame Konzert in Köln bietet eine einmalige Gelegenheit, Bachata live in all ihren Facetten zu erleben – traditionell, modern, emotional und innovativ.
„BETTER LATE THAN NEVER TOUR 2026“: Europa-Highlight
Romeo Santos und Prince Royce gehen 2026 erstmals gemeinsam auf Europa-Tour. Ein besonderer Moment für Deutschland: Am 18. Juli 2026 treten sie für einen einzigen Termin in der LANXESS arena Köln auf – das exklusive Deutschland-Konzert der Tour und zugleich Romeo Santos’ erster Auftritt in Deutschland.
Die Tournee führt von Juni bis August 2026 durch mehrere bedeutende Städte, darunter Madrid, Barcelona, Valencia und Málaga. Weitere europäische Stationen werden noch bekannt gegeben.
Die Show verspricht ein einmaliges Erlebnis: beide Künstler präsentieren Songs aus ihrem gemeinsamen Projekt sowie ihre größten Hits, die Bachata zu einer globalen Musikrichtung gemacht haben. Die Tour verbindet Emotion, Nostalgie und Romantik und feiert die Entwicklung eines der bedeutendsten Genres der lateinamerikanischen Musik.
Quelle:
Die inhaltlichen Einordnungen und Zitate basieren auf einem Interview mit Romeo Santos und Prince Royce im Popcast, dem Musikpodcast der New York Times.

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