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2023
phil.cologne 2023
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    Zum 11. Mal präsentiert die phil.cologne als größtes Festival seiner Art das bislang umfangreichste – und vielleicht vielfältigste – Programm seines Bestehens, um vom 06. bis zum 13. Juni 2023 einen großen offenen Diskurs zu ermöglichen. Dabei kommen nicht nur Philosoph:innen wie Axel Honneth und (Kultur-)Wissenschaftler:innen zur Wort, sondern auch Autor:innen wie Emilia Roig und der internationale Schauspieler Elliot Page. Außerdem werden Stimmen aus der Politik, so z.B. Bundeskanzler Olaf Scholz und Robert Habeck, zu hören sein.

    Jetzt im Programm des Internationalen Philosophiefestes phil.cologne stöbern und Tickets auf myticket.de sichern!


    Dienstag, 06. Juni 2023
    Zur Eröffnung der phil.cologne: Die Paradoxien der Mehrlust – Slavoj Žižek über unser Leben im Überfluss


    Unser heutiges Leben ist von Überfluss geprägt. Es muss immer mehr sein, nie ist es genug. Slavoj Žižek, einer der prägendsten Philosophen der Gegenwart, findet in seinem Werk Die Paradoxien der Mehrlust für unser Dasein einen neuen Begriff: »Mehrlust«. Mit dieser Verbindung aus Marx’ »Mehrwert« und Freuds »Lustgewinn« vermisst der Meisterdenker die aktuellen politischen und kulturellen Problem- und Diskursfelder: von Cancel Culture über Geschlechterbinarität bis zur Queerness, von den jüngsten Spielarten des Kapitalismus über konservativen Kommunismus bis zu COVID-19. Žižek versucht, den Irrsinn unserer sozialen Wirklichkeit zu dechiffrieren. In seinem neuen »Leitfaden für die Nichtverwirrten« zeigt er mögliche Auswege aus der verzwickten Lage. »Kaum ein anderer Denker veranschaulicht die Widersprüche des heutigen Kapitalismus besser« (»New York Review of Books«).

    Mod.: Wolfram Eilenberger

    Mittwoch, 07. Juni
    Vom Sinn der Angst: Verena Kast über Zuversicht in schwierigen Zeiten

    Wie düster wäre unsere Welt, wenn tatsächlich eintreten würde, was wir derzeit alles befürchten. Wir sind inzwischen geübt darin, uns wechselseitig die Krisen dieser Welt aufzuzählen. Dabei haben wir fast verlernt, eine Vorstellung davon zu entwickeln, dass vieles auch besser ausgehen könnte als gedacht. Nur müsste man dafür etwas besitzen, was derzeit sehr knapp ist: Hoffnung und Zuversicht. Der große Utopist Ernst Bloch hat der Hoffnung zugetraut, die Angst ersäufen zu können. Auch auf ihn, vor allem aber auf die Ideen von C. G. Jung bezieht sich die Schweizer Tiefenpsychologin Verena Kast bei ihrem Nachdenken über den Sinn der Angst und die Kraft der Imagination: Vom Sinn der Angst: Wie Ängste sich festsetzen und wie sie sich verwandeln lassen.

    Mod.: Jürgen Wiebicke

    Mittwoch, 07. Juni
    Über-Leben: Mit Sartre in die Zukunft Michel Friedman und Wolfram Eilenberger

    Inwiefern sind wir zur Freiheit verurteilt? Wo endet persönliche Verantwortung, wo beginnt sie? Und welche Bedeutung hat dabei die Existenz anderer? Ausgehend von Werk und Leben Jean-Paul Sartres (1905–1980), als prägendem Intellektuellen der Europäischen Nachkriegszeit, unternimmt Michel Friedman im Gespräch mit Wolfram Eilenberger einen Streifzug durch Schlüsselfragen unserer Gegenwart. Ob Willensfreiheit oder globale Verantwortung, Authentizitätsfetisch, Genderdiskurs oder die Rolle des Intellektuellen in der Öffentlichkeit – seit Sartre und Beauvoir haben sich die Koordinaten unserer Kultur wesentlich verschoben. Und damit auch die des engagierten Philosophierens: Kann man heute überhaupt noch Existenzialist:in sein? Und wenn nicht, wie sähe es dann zukünftig aus, ein wahrhaft selbstbestimmtes Leben in einer Welt von zehn Milliarden Menschen?

    Mittwoch, 07. Juni
    Anders denken. Über Philosophie in Afrika

    Mit Anke Graneß

    Kann die Philosophie über ihre westliche Prägung hinauswachsen? Einen wichtigen Beitrag zu diesem Projekt kann die Geschichtsschreibung leisten, und gerade der Blick auf Afrika bietet Ansätze für eine Transformation aus globaler Perspektive. Die Auseinandersetzung mit dem Kontinent – vom alten Ägypten über Westafrika bis zur afrikanischen Diaspora – wirft grundlegende Fragen zum Umgang mit Denktraditionen oraler Gesellschaften sowie mit alternativen Quellen und philosophischen Praktiken auf. Ebenso stellen sich ethische Fragen nach der Rolle von Religion, Rassismus und Sklaverei in der Philosophie oder der Deutung und Aneignung von intellektuellem Erbe. Anke Graneß entwirft in ihrem großen Buch Philosophie in Afrika. Herausforderungen einer globalen Philosophiegeschichte die Grundlinien einer neuen Philosophiegeschichtsschreibung und damit eines neuen Denkens.
    Mod.: Stephanie Rohde


    Mittwoch, 07. Juni
    Die Weisheit des Wandels – Zukunft denken mit Matthias Horx

    Krisen können Ökonomien verändern, Epochen einleiten, neue Kultur- und Denksysteme konfigurieren. Beispiele sind die Renaissance, die Aufklärung, das industrielle Zeitalter, die Pop-Ära u. a. Viele dieser Epochen hatten symbolische Auslöser, die zum Durchbruch brachten, was latent bereits vorhanden war und mit Macht zum Ausdruck drängte. Allerdings nehmen wir solche Auslöser zuallererst als unlösbare Probleme wahr und geraten in einen Panik-Modus, der das Krisenhafte noch verstärkt. Wie können wir dieses Denk- und Fühlmuster überwinden? Wie kann nach überstandener Pandemie und trotz globaler Unruhe und Krieg Zukunft gedacht werden? Wie sich unser Blick auf die Zukunft wandelt und wie sich die Zukunft in uns immer wieder neu erfindet, entwickelt der Zukunftsforscher und Vordenker Matthias Horx, ein wacher Beobachter unserer Zeit.
    Mod.: Cai Werntgen


    Mittwoch, 07. Juni
    Michael J. Sandel über das Unbehagen in der Demokratie

    Unsere Gegenwart hat ein Demokratie-Problem. Zum einen sind unsere Gesellschaften gespalten wie nie zuvor: Befeuert durch die sozialen Medien, treiben uns rassistische Ausschreitungen, Populismus, soziale Ungleichheit und eine gerade überstandene Pandemie in die Vereinzelung. Zum anderen hat eine global ausgerichtete, von unseren Regierungen vollkommen unregulierte Wirtschaft der Politik den Rang abgelaufen. Seit nunmehr 40 Jahren macht der Neoliberalismus aus Bürgern Gewinner oder Verlierer des globalen Kapitalismus – mit verheerenden Folgen für unsere Demokratie. In seinem monumentalen Werk „Das Unbehagen in der Demokratie“ zeichnet Michael J. Sandel (»Gerechtigkeit «) ein historisch informiertes und philosophisch inspiriertes Bild unserer demokratievergessenen Zeit. Und er führt aus, was zu tun ist, damit aus Konsumenten wieder Bürger werden, die ihre Gesellschaft aktiv gestalten.
    Mod.: Gert Scobel


    Donnerstag, 8. Juni
    Eine neue Bewusstseinskultur – wie geht das? Thomas Metzinger über Spiritualität als Antwort auf die planetare Krise

    Ist es noch redlich, Optimist:in zu sein? Wird die Menschheit noch rechtzeitig die Kurve kriegen und sich von Lebensformen verabschieden, die diesen Planeten bedrohen? Der Philosoph Thomas Metzinger verneint dies und ist überzeugt davon, dass nun eine lange Periode des Scheiterns beginnt, die jeden Menschen vor die Frage stellt, wie sich unter diesen Bedingungen geistige Gesundheit und Würde bewahren lassen. In seinem wegweisenden Buch „Bewusstseinskultur: Spiritualität, intellektuelle Redlichkeit und die planetare Krise“ fordert er angesichts dieser Entwicklung einen neuen Umgang mit Welt und Ich. Wenn wir eine neue Bewusstseinskultur entwickeln, Gier und Neid überwinden wollen, benötigen wir das Beste aus allen philosophischen Menschheitstraditionen, westlicher Philosophie genauso wie östlichen Meditationslehren.
    Mod.: Jürgen Wiebicke


    Donnerstag, 8. Juni
    Endlich frei! Ohne Narzissmus und Entfremdung leben
    Mit Isolde Charim und Christoph Menke

    Niemals waren Menschen so frei wie heute. Nur wirklich frei fühlt sich kaum jemand. Wie ist dieses Paradox zu erklären? Warum erzeugt eine Gesellschaft, die immer mehr Möglichkeiten bereitstellt, gleichzeitig das Gefühl zunehmender Fremdbestimmung? Für Christoph Menke (Theorie der Befreiung) beginnt Freiheit mit einer überraschenden Erfahrung von außen: der tiefen Verstörung, der Liebe, der kreativen Öffnung. Frei sein heißt für ihn, sich vom festgefahrenen Ich zu befreien. Auch Isolde Charim, preisgekrönte Autorin von „Die Qualen des Narzissmus. Über freiwillige Unterwerfung“, sieht in der Fixierung auf das eigene Ich den Hauptgrund heutiger Freiheitsferne. Anstatt Befreiung im Ich zu finden, führt der digitale Narzissmus in permanente Knechtschaft und Unzufriedenheit. Ein wahrhaft freies Leben sieht anders aus – aber wie?
    Mod.: Wolfram Eilenberger


    Donnerstag, 8. Juni
    Carpe diem – oder: Wie finden wir Sinn im Chaos der Gegenwart?
    Mit Maximilian Pollux

    »Carpe diem« ist die Kalenderweisheit schlechthin. Was bedeutet der Spruch für unser Leben heute? Das fragen sich Laura Cazés und Dennis Peterzelka, die Hosts des WDR-Podcasts »Carpe What? Dein Sinn-Podcast «. Sie nehmen die alte Weisheit aus philosophischer und psychologischer Perspektive auseinander. Wie kann es uns gelingen, jeden Augenblick als etwas Kostbares zu begreifen? Das Hier und Jetzt zu genießen, ohne die Zukunft aus den Augen zu verlieren? Wie finden wir Sinn im Chaos der Gegenwart? Und eine Form von Glück, die mehr ist als der nächste Dopamin-Kick? Darüber sprechen Laura und Dennis auch mit ihrem Gast Maximilian Pollux, der zehn Jahre im Gefängnis verbrachte und heute als Anti-Gewalt-Trainer mit Jugendlichen arbeitet. Was hat er in seiner Zeit hinter Gittern übers Leben gelernt? Und was kann er dem Spruch »Carpe diem« abgewinnen?


    Donnerstag, 8. Juni
    Der Unterschied. Was wir von Primaten über Gender lernen können

    Mit Frans de Waal

    Wie unterschiedlich sind Männer und Frauen? Gendern nur wir Menschen, oder eignen sich auch Menschenaffen geschlechtsspezifische Rollen an? Auf der Grundlage jahrzehntelanger Beobachtungen von Primaten, insbesondere unseren nächsten lebenden Verwandten, den Schimpansen und Bonobos, untersucht der weltbekannte und renommierte Primatenforscher Frans de Waal, was wir über biologische Geschlechtsunterschiede und die Rolle von Kultur und Sozialisation wissen. Er beschäftigt sich mit Themen wie Geschlechtsidentität, Sexualität, geschlechtsspezifische Gewalt, Homosexualität, Freundschaft und Fürsorge und räumt mit geschlechtsspezifischen Vorurteilen auf. Dabei wird eine Neubewertung unserer Normen und unseres Verhaltens angeregt. »Nicht nur einer der angesehensten Primatologen der Welt – er ist auch ein mutiger Feminist« (Sy Montgomery).
    Mod.: Gert Scobel


    Donnerstag, 8. Juni
    Das Ende der Ehe. Für eine Revolution der Liebe

    Mit Emilia Roig

    In ihrem letzten Buch setzte sie sich klug mit systemischem Rassismus auseinander (»Why We matter«), jetzt hinterfragt die Expertin für Intersektionalität, Vielfalt und Gleichberechtigung Emilia Roig unsere Beziehungsmodelle und fordert das Ende der Ehe. Ihre These: Die Ehe normiert Beziehungen und Familie, kontrolliert Sexualität, den Besitz und die Arbeitskraft. Sie ist eine wichtige Stütze des Kapitalismus und lässt uns in binären Geschlechterrollen verharren. In ihrem mutigen und provokanten Buch ruft Emilia Roig daher das Ende einer patriarchalischen Institution aus. Sie hinterfragt die Übermacht der Paare und untersucht, ob man Männer lieben und zugleich das Patriarchat stürzen kann. Letztlich wäre eine Abschaffung der Ehe nicht nur für Frauen befreiend, sondern für alle. Denn: Nur dann können wir Liebe in Freiheit und auf Augenhöhe miteinander neu denken und leben.
    Mod.: Stephanie Rohde


    Freitag, 9. Juni
    Die Reue des Prometheus – Robert Habeck und Peter Sloterdijk über die Menschheit, das Feuer und das Klima

    »Viele schreiben über das Klima-Fiasko. Aber keiner findet dafür eine so originell deklinierte Theorie wie Peter Sloterdijk« (Handelsblatt). In seinem neuen Band Die Reue des Prometheus. Von der Gabe des Feuers zur globalen Brandstiftung untersucht der Meisterdenker unseren Umgang mit dem Feuer, mit Kohle und Öl. Der Befund: Die moderne Menschheit kann als Kollektiv von Brandstiftern gelten. Peter Sloterdijk trifft Robert Habeck (Wer wir sein könnten), Minister für Wirtschaft und Klimaschutz sowie studierter Philosoph, der diesem Szenario als Politiker mit konstruktiven Lösungen begegnen muss. Beide sprechen über unseren verheerenden Umgang mit den fossilen Brennstoffen und darüber, wie ein möglicher Untergang der Welt im Feuer verhindert werden kann und ob Prometheus, der dem Mythos zufolge das Feuer auf die Erde brachte, seine Gabe bereuen würde.
    Mod.: Armen Avanessian (»Konflikt«)


    Freitag, 9. Juni
    ChatGPT – der Beginn eines neuen Zeitalters!

    Mit Mercedes Bunz und Antonio Krüger

    Romane auf Knopfdruck, Gemälde im Sekundentakt, Doktorarbeiten im Handumdrehen – mit ChatGPT hat die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz ein neues Leistungsniveau erreicht. Moralische Fragen kümmern diese Werkzeuge indes wenig. Bedeuten die KI-Programme eine weitere Revolution unserer Wissensgesellschaft? Und wenn ja, welche Rolle bleibt dem Menschen in dieser Kultur allumfassender Maschinenintelligenz? Haben wir als kreative Wesen ausgedient, oder stehen wir am Anfang einer neuen Renaissance ungeahnter Schöpfungskraft? Über Wohl und Wehe der Chatbot-Innovationen diskutieren die in London lehrende Kulturwissenschaftlerin und KI Expertin Mercedes Bunz und der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz Antonio Krüger.
    Mod.: Wolfram Eilenberger


    Freitag, 9. Juni
    scobel – Demokratie in Zeiten des Fakes

    Mit Marie-Luisa Frick, Stephan Lessenich und Christoph Neuberger

    Die Digitalisierung verändert nicht nur Formen der politischen Meinungsbildung, sondern auch das Fundament der westlichen Demokratien. Fake News, Hatespeech und Manipulationen durch lernfähige Algorithmen torpedieren den sozialen Frieden, beeinflussen Wahlen und politische Entscheidungen. Als Jürgen Habermas 1962 den Begriff des »Strukturwandels der Öffentlichkeit« prägte, vertraute er darauf, dass es freie Räume gebe, um über die Aufgaben und Ziele der Repräsentanten des Volkes zu diskutieren. Heute spricht er von einem »neuen Strukturwandel«, der immer dramatischer die Grundfesten der Demokratie erodiere. Wie können wir und wie können die demokratischen Institutionen diesen Prozessen positiv begegnen? Darüber diskutieren die Philosophin Marie-Luisa Frick, der Gesellschaftstheoretiker Stephan Lessenich sowie der Publizist und Kommunikationswissenschaftler Christoph Neuberger.
    Mod.: Gert Scobel


    Freitag, 9. Juni
    Empusion: Eine natur(un)heilkundliche Schauergeschichte. Mit Olga Tokarczuk und Andreas Grötzinger

    September 1913, Görbersdorf in Niederschlesien. Inmitten von Bergen steht seit einem halben Jahrhundert das erste Sanatorium für Lungenkrankheiten. Kranke aus ganz Europa versammeln sich dort, und wie auf Thomas Manns Zauberberg diskutieren und philosophieren sie unermüdlich miteinander – mit Vorliebe bei einem Gläschen Likör. Drängende Fragen treiben die Herren um: Wird es Krieg geben in Europa? Welche Staatsform ist die beste? Aber auch vermeintlich weniger drängende: Ob Dämonen existieren oder ob man einem Text anmerkt, wer ihn verfasst hat – eine Frau oder ein Mann? Und mit der »Frauenfrage« befasst sich diese Herrenriege besonders gern. Während die Herren schwärmen, kommt es allerdings zu mysteriösen Todesfällen ... Wirken dort dunkle Mächte? Die Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk legt mit Empusion einen neuen, welt- und geschichtsklugen Roman vor.
    Mod.: Olga Mannheimer, dt. Text: Andreas Grötzinger


    Freitag, 9. Juni
    Alles unter dem Himmel
    Daniel Leese und Markus Gabriel – ein Gipfeltreffen

    +++Bedauerlicherweise musste der Philosoph Zhao Tingyang seine Teilnahme an der Veranstaltung mit Markus Gabriel am 9.6.2023 um 21 Uhr im COMEDIA Theater kurzfristig absagen. Die Veranstaltung findet weiterhin statt. Philosoph Markus Gabriel wird nun mit dem Sinologen Daniel Leese über „Chinesisches Denken der Gegenwart“, die politische Situation in der Region und Werte-Universalismus sprechen.+++

    Er gilt als Vordenker der chinesischen Philosophie und ist wohl der bedeutendste chinesische Philosoph der Gegenwart. Sein Werk Alles unter dem Himmel. Vergangenheit und Zukunft der Weltordnung wurde zu einem modernen Klassiker, der auch dabei hilft, Chinas aktuelles weltpolitisches Denken zu verstehen. Im Zentrum der Überlegungen Zhao Tingyangs steht das alte chinesische Prinzip des »tianxia«, der Inklusion aller unter einem Himmel, das er zeitgemäß aktualisiert. Zhao Tingyang trifft den Erkenntnistheoretiker und Begründer des philosophischen Neuen Realismus Markus Gabriel, der mit seinem »Warum es die Welt nicht gibt« die Philosophie in Deutschland revolutionierte (zuletzt erschien »Der Mensch als Tier«). Ein Gespräch über China und die Welt, Staat und Mensch, Universalismus und Neuen Realismus – und ein Gipfeltreffen der Philosophie!
    Mod.: Daniel Leese


    Samstag, 10. Juni
    Cancel Culture vs. Meinungsfreiheit?
    Mit Adrian Daub und Marie-Luisa Frick

    Ein Gespenst geht um in Europa, ja in der ganzen Welt – das Gespenst der Cancel Culture. Glaubt man diversen Zeitungen, dürfen insbesondere weiße Männer jenseits der vierzig praktisch nichts mehr sagen, wenn sie nicht ihren guten Ruf oder gar ihren Job riskieren wollen. Ist da etwas dran? Oder handelt es sich häufig um Panikmache, bei der Aktivist:innen zu einer Gefahr für die moralische Ordnung stilisiert werden? Die Philosophin Marie-Luisa Frick, die sich mit dem demokratischen Streit (Zivilsiert streiten) auseinandergesetzt hat, entwickelt eine »Ethik der freien (Wider-)Rede«, während Adrian Daub in seinem jüngsten Buch Cancel Culture Transfer den Diskurs übers Canceln geschichtlich herleitet und das Problem eher in einer verzerrten Wahrnehmung sieht. Beide sprechen über die richtige Streitkultur, zwischen den Polen Cancel Culture und Meinungsfreiheit.
    Mod.: Mithu Sanyal

    Samstag, 10. Juni
    Nachhaltigkeit im Kapitalismus: Geht das?
    Mit Ulrike Herrmann und Sighard Neckel

    Sind Kapitalismus und Nachhaltigkeit überhaupt miteinander vereinbar? Welche Antworten könnte eine kapitalistische Wirtschaftsordnung, in der wir schließlich leben, auf die vielen ökologischen Krisen der Gegenwart finden? Gibt es abseits eines fossilen Kapitalismus auch eine grüne Variante? Wie könnte diese aussehen und implementiert werden? Möglicherweise passen Ökosysteme und kapitalistisches Wachstum aber partout nicht zusammen, und wir müssen das System prinzipiell auf den Prüfstand stellen. Die Wirtschaftsexpertin Ulrike Herrmann hat in ihrem Buch Das Ende des Kapitalismus die Fixierung auf ein Wachstumsmodell grundsätzlich infrage gestellt. Sie trifft Sighard Neckel, Professor für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel an der Universität Hamburg, und spricht mit ihm über Alternativen zur Ausweglosigkeit.
    Mod.: Catherine Newmark

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    Samstag, 10. Juni
    Lexikon auf der Bühne: Glauben.
    Mit Birgit Klein und Michael Seewald

    »Glauben heißt nicht wissen.« Mit einem einzigen, kurzen Satz scheint das Konzept einer mit Grundsätzen der Vernunft zu vereinbarenden religiösen Überzeugung erledigt zu sein. Was es bedeutet, wenn Menschen von sich behaupten, an Gott zu glauben – und in welchem Verhältnis Glaube und Wissen stehen, darüber haben Theologen und Philosophen (ungegendert, weil zumeist männlich) seit dem Mittelalter gestritten und nebenbei auch einen Konkurrenzkampf um den Vorrang der jeweiligen Disziplin ausgetragen, in den sich in der Neuzeit noch die empirischen Wissenschaften einschalteten. Im »Philosophischen Lexikon auf der Bühne« gehen die Judaistin und Rabbinerin Birgit Klein (Heidelberg) und der katholische Theologe Michael Seewald (Münster) den Bedeutungen des Begriffs »Glauben« in ihren Religionen nach.
    Mod.: Joachim Frank

    Samstag, 10. Juni
    Ethik. Weisheit. Transformation.
    Mit Michael Hampe, Sandra Venghaus und Christiane Woopen

    Auf das Multikrisen-Szenario der Gegenwart gibt es eine Art Universalantwort: Transformation! Wir brauchen Transformation, das scheint festzustehen. Doch was bedeutet dieses Mantra? Sosehr auch über die technischen Aspekte von Veränderungen wie der Energiewende diskutiert wird: Bislang spielen ethische Aspekte nur eine untergeordnete Rolle, zumal sie in den politischen Debatten oft als störend empfunden werden. Auch aus philosophischer Perspektive stellt sich die Frage, ob wir unser Leben nicht besser organisieren könnten, wenn wir statt Wachstum Weisheit und statt Konsum Konzentration auf nachhaltige Zufriedenheit in den Blick nehmen würden. Was können Ethik und Weisheitspraktiken zur Bewältigung der großen Transformationen beitragen? Darüber sprechen Medizinethikerin Christiane Woopen, Transformationsforscherin Sandra Venghaus und der Philosoph Michael Hampe.
    Mod.: Gert Scobel

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    Samstag, 10. Juni
    Corine Pelluchon –
    Was essen? Eine Philosophie der Ernährung

    Ist die Frage, was wir als Menschen zu uns nehmen, eine philosophische? Corine Pelluchon zufolge berührt die Frage nach unserer Ernährung den Kernpunkt der menschlichen Existenz. Diese verhandelt nicht nur das Verhältnis von Mensch und Natur, sondern ist zentral für die politischen Werte der Partizipation und Demokratie. Die französische Philosophin arbeitet stetig an dem Großprojekt einer neuen Aufklärung. In „Wovon wir leben: Eine Philosophie der Ernährung und der Umwelt“ entwirft sie eine zeitgemäße Existenzphilosophie, die sowohl den Menschen und sein Wohlergehen als auch Tierwohl, Ökologie und Umweltschutz in den Blick nimmt und für einen neuen Gesellschaftsvertrag plädiert. Sie gibt uns Einsichten und konkrete Vorschläge an die Hand, um den Übergang zu einer gerechteren Gesellschaft anzugehen.
    Mod.: Dominik Erhard

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    Samstag, 10. Juni
    Gekränkte Freiheit – Aspekte des libertären Autoritarismus
    Mit Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey

    Es war eine Errungenschaft des Liberalismus, die individuelle Freiheit gegen die staatliche Macht zu verteidigen. Der Totalitarismus zeugt eindrücklich von der Gefahr, die von dieser Macht ausgeht. Doch ist die individuelle Freiheit vom Egoismus nicht weit entfernt: Autobahnraser und Vielflieger demonstrieren diese Nähe und werfen die Frage auf, ob die kollektive Freiheit – die Freiheit aller – nicht weit wichtiger ist als die Freiheit des Einzelnen. In jüngster Zeit hat vor allem die Coronakrise beide Freiheitsbegriffe gegeneinander in Stellung gebracht. In ihrem für den Leipziger Buchpreis nominierten Werk Gekränkte Freiheit beziehen Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger Position für die kollektive Freiheit und kritisieren unter anderem entschiedene Gegner der Coronamaßnahmen als Anhänger eines »libertären Autoritarismus«. Haben sie recht?
    Mod.: Svenja Flaßpöhler


    Sonntag, 11. Juni
    Zuversicht – den Wandel gestalten
    Mit Mona Neubaur und Stephan Grünewald

    Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß. Und doch hat man zuweilen den Eindruck, der Rückspiegel ersetze den nötigen Blick nach vorn. Gefühlt leben die Menschen derzeit nicht in einer Zeitenwende, sondern in einer immer wieder verlängerten Nachspielzeit. Aber wie kommen wir angesichts der multiplen Krisen aus dem Resignationsmodus heraus? Was gibt uns Zuversicht? Was sind unsere (unbewussten) Kraftquellen? Wo setzt die notwendige Transformationsbewegung am besten an? Darüber sprechen die Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie und stellvertretende Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens Mona Neubaur und Stephan Grünewald, Gründer des rheingold Instituts, der in einer tiefenpsychologischen Studie die Frage beleuchtet, welche Rolle Politik und Gesellschaft, Medien und Beruf sowie der private Alltag und Spiritualität bei der Entwicklung von Zuversicht spielen können.
    Mod.: Joachim Frank

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    Sonntag, 11. Juni
    Schaukeln. Die kleine Kunst der Lebensfreude
    Mit Wilhelm Schmid

    Der Philosoph Wilhelm Schmid ist sich sicher: Lebensfreude ist eine Kunst, die erlernt werden kann. Talent ist hilfreich, aber entscheidend ist die Übung. Dazu gehört auch, sich in Verzicht zu üben. Um leichter Atem für neue Aufschwünge schöpfen zu können und nicht fetter, sondern fitter zu werden. Dabei hilft das Schaukeln. Aus der realen Schaukelerfahrung gewinnt Wilhelm Schmid eine Metapher fürs Leben. Leben ist Schaukeln: Schwung holen, Leichtigkeit fühlen, Höhenflüge erleben, auf den Beistand anderer hoffen und das flaue Gefühl beim Abschwung hinnehmen lernen. Das Schaukeln ermöglicht ein Hin- und Herfliegen zwischen den unterschiedlichen Seiten des Lebens, etwa zwischen Anstrengung und Besinnung. Auch zwischen der Freude am Schönen, das neuen Elan verleiht, und dem Umgang mit dem weniger Schönen. Für viele Probleme im Leben und in der Liebe ist Schaukeln die Lösung.
    Mod.: Susanne Fritz

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    Sonntag, 11. Juni
    Wappentiere der Aufklärung: Maulwurf – Hase – Fledermaus – Gottesanbeterin
    Mit Nicola Gründel, Martin Mittelmeier und Martin Stankowski

    Philosophieren: eine meist einsame Angelegenheit. Deswegen werden immer wieder Komplizen herbeigerufen, und bisweilen tragen sie Fell oder Federn, haben Klauen, Hufe oder Krallen. Aber was bringen beispielsweise der Maulwurf, der Hase oder die Fledermaus für das Nachdenken über Vernunft, Freiheit oder Gerechtigkeit? Und in welche Fallen tappen Hegel, Marx oder Adorno mit ihren tierischen Metaphern für hehre menschliche Zwecke? Der Erzähler Martin Stankowski und der Philosophiehistoriker Martin Mittelmeier lassen uns teilhaben an waghalsigen Kulturtechniken wie dem Tunnelbuddeln oder Totstellen, machen uns bekannt mit ästhetischen Sensorien, von denen wir Menschen nicht zu träumen wagen, und entwerfen ein reizvolles Spinnennetz aus Anekdoten, Wunderlich- und Grausamkeiten. Ein hoch amüsanter Ausflug ins Bestiarium der Philosophie.
    Text: Nicola Gründel

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    Sonntag, 11. Juni
    Peter Wohlleben und das Waldwissen

    Der Wald ist so viel mehr als Bäume! Denn vom Wald her kann man die Welt verstehen, so Deutschlands berühmtester Förster, Peter Wohlleben. In seinem neuen Werk „Waldwissen“ (zusammen mit dem Biologen Pierre L. Ibisch) bringt er Licht ins Dickicht eines hochkomplexen Ökosystems. Anhand faszinierender Beispiele aus der Natur zeigt er das ungeahnte Zusammenspiel der Pflanzen, Tiere, Mikroben, Viren, Pilze auf – eine Welt, in der kein Element ohne das andere existieren kann: der Wald als Supercomputer, Bioreaktor, Baumeister und Regenmacher. Auch wir Menschen sind Teil dieses fein austarierten Systems. Unsere gesamte Entwicklung ist untrennbar mit dem Wald verbunden. Doch wie können wir die Wälder bewirtschaften, ohne dabei unsere Lebensgrundlagen zu zerstören? Gemeinsam blicken wir in die Zukunft des Waldes und damit in die Zukunft des Menschen.

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    Sonntag, 11. Juni
    Was ist und wie geht Liberalismus?
    Mit Gerhart Baum und Elif Özmen

    Die Freiheit als Fundament unserer demokratischen Gesellschaft wird angegriffen – von innen und außen. National wie global. Verantwortlich sind Rechtsextremismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft und der Siegeszug von Irrationalität und Systemverachtung durch autokratische Kräfte. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine stellt offen die Vereinbarungen der internationalen Staatengemeinschaft infrage, die Frieden und Recht sichern sollen. Kriegerische Konflikte, Menschenrechtsverletzungen und Brüche des Völkerrechts bringen die Freiheit und die Werte der Demokratie in Gefahr. Der Elder Statesman Gerhart Baum (Menschenrechte: Ein Appell) engagiert sich seit Jahrzehnten in vielen politischen Debatten für Menschenrechte und Liberalismus. Er spricht mit der Professorin für politische Philosophie Elif Özmen, deren grundlegendes Werk „Was ist Liberalismus?“ gerade erscheint.
    Mod.: Michael Hirz

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    Sonntag, 11. Juni
    Ece Temelkuran
    Wille und Würde. Zehn Wege in eine bessere Gegenwart

    Unsere Welt befindet sich in einer Schieflage. Die Gesellschaften leiden unter frappierenden Ungerechtigkeiten. Das Klima ist aus den Fugen, die geopolitische Ordnung fragil, demokratische Systeme durch Krieg, Diktatur und autoritäre Bewegungen bedroht. Die vielfach ausgezeichnete türkische Autorin und Juristin Ece Temelkuran blickt auf unsere unordentliche Gegenwart. Ihr Befund: Ratlosigkeit, Verzweiflung und Würdelosigkeit, wohin man schaut. Schluss damit, fordert sie und fragt: Was tun? Wille und Würde ist ihre Antwort, eine Handlungsanleitung in zehn Schritten. Nicht für eine idealisierte Zukunft, sondern für konkrete Maßnahmen in der Gegenwart. Sie macht Vorschläge, für ein neues menschenfreundliches Narrativ und ein neues Vokabular für politisches Engagement. »Ece Temelkuran ist eine Ausnahmejournalistin, fast schon eine Überfrau« (Deutschlandfunk Kultur). Mod.: Catherine Newmark


    Montag, 12. Juni
    Arbeit und Demokratie
    Mit Axel Honneth und Olaf Scholz

    Zu den höchsten Aufgaben in einer Demokratie zählt die politische Meinungs- und Willensbildung. Seiner Aufgabe als Souverän kann das Volk jedoch nur nachkommen, wenn für diese Bildung ausreichend Ressourcen und Zeit zur Verfügung stehen. Wie aber ist das möglich angesichts einer Arbeitswelt, in der eine 40-Stunden-Woche als normal gilt? Hannah Arendt hatte nicht die Arbeit, sondern das Handeln, die politische Gestaltungskraft, als zentrale Tätigkeit des demokratischen Souveräns erachtet – wäre es nicht an der Zeit, dieser Forderung Gehör zu schenken? An welchen Stellschrauben könnte eine Politik der Arbeit in diesem Sinne ansetzen? Fragen, die gerade jetzt, da die Demokratie eine tiefe Krise erlebt, höchste Dringlichkeit haben. Bundeskanzler Olaf Scholz spricht mit dem Philosophen Axel Honneth, dessen Buch Der arbeitende Souverän soeben erschienen ist.
    Mod.: Svenja Flaßpöhler


    Montag, 12. Juni
    Bleibefreiheit – ein radikal neuer Freiheitsbegriff

    Mit Eva von Redecker

    Selten wurde Freiheit so intensiv diskutiert wie in der Pandemie: die Freiheit zu reisen, sich uneingeschränkt zu bewegen, Menschen dort zu treffen, wo man möchte. Doch wie zukunftsfähig ist ein derart räumlich abgesteckter Freiheitsbegriff, da wir Zeiten entgegensehen, in denen die Orte schwinden, an denen es sich leben lässt, und Klimakrise oder Kriege ganze Landstriche unbewohnbar machen? Die Philosophin Eva von Redecker denkt Freiheit darum ganz neu: als die Freiheit, an einem Ort zu leben, an dem wir bleiben könnten. Bleibefreiheit entfaltet sich zeitlich. Als auch künftig lebbare Freiheit rückt sie nicht nur die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen in den Blick, sie verringert auch den Abstand zwischen dem Freisein Einzelner und dem ihrer Gemeinschaft. Bleibefreiheit lässt sich nur gemeinsam herstellen. Und sie wächst, wenn wir sie teilen.
    Mod.: Simone Miller


    Montag, 12. Juni
    Ich war BILD.

    Mit Kai Diekmann

    Als am längsten amtierender Chefredakteur der BILD-Zeitung setzte Kai Diekmann sechzehn Jahre lang Tag für Tag die Themen, die das Land bewegten. Die Mächtigen der Republik gaben sich in seiner Redaktion die Klinke in die Hand, vertrauten sich ihm an, stachen Staatsgeheimnisse zu ihm durch. In Ich war BILD erzählt er die Geschichten hinter diesen Schlagzeilen – und wie sie ihn und die Republik verändert haben. Als Macher und Blattmacher erzeugte Diekmann jede Menge Gegenwind: Er schmeichelte, lobte, umgarnte, kritisierte und vernichtete, er pflegte überraschende Freundschaften und tiefe Feindschaften – und aus dem einen wurde manchmal auch das andere. »Ich war ein Junkie. Und BILD meine Droge«, sagt er heute. Ein exklusiver Blick hinter die Kulissen von Europas auflagenstärkster Boulevardzeitung und in den Maschinenraum des Medienmachens.
    Mod.: Cai Werntgen


    Montag, 12. Juni
    Ist die Arbeitswelt kaputt?

    Mit Nadia Shehadeh und Sara Weber

    Ist es wirklich so wichtig, alles zu haben, alles zu können und immer am Limit zu arbeiten? Was wäre eigentlich, wenn wir alle etwas mehr auf dem Sofa liegen würden, statt uns dem Leistungsprinzip zu unterwerfen? »The Great Resignation« wird in den USA das Phänomen genannt, dass immer mehr junge Menschen sich gegen den Leistungsdruck stellen und ihren Job kündigen. Sara Weber schließt sich diesem Trend an und geht in Die Welt geht unter und ich muss trotzdem arbeiten? den Fragen nach, ob die 40-Stunden- Woche wirklich noch zeitgemäß ist und ob durch eine veränderte Arbeitswelt nicht auch das Klima geschützt werden könnte. Sie trifft auf Nadia Shehadeh, die in Anti-Girlboss. Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen dafür plädiert, sich eine Komfortzone zu bewahren, statt sich zu immer mehr bezahlter und unbezahlter Arbeit antreiben zu lassen.
    Mod.: Miriam Zeh


    Montag, 12. Juni
    Wo finden wir heute noch Trost? WDR 5 Das philosophische Radio

    Mit Jean-Pierre Wils

    In unserem therapiefreudigen Zeitalter stehen positive Emotionen hoch im Kurs. Sie sollen es sein, die uns zu Glück, Erfolg, Lust und Lebensfreude verhelfen. Positive Emotionen gelten häufig als Produkt eigener Anstrengung, sie spielen eine wichtige Rolle in den diversen Konzepten von Selbstoptimierung. Falls die nicht aus eigener Kraft gelingt, stehen Coaches, Therapeut:innen und Lebensberater: innen bereit, um dabei zu helfen, negative in positive Emotionen zu verwandeln. Aber wer steht zur Seite, wenn das Helfen gar nicht hilft, wenn im Leben Dinge geschehen sind, die nicht mehr ungeschehen gemacht werden können? Alle Menschen brauchen hin und wieder Trost, aber wo ist er zu finden, und wer gibt ihn so, dass er nicht billig ist?
    Mit Jean-Pierre Wils (Philosoph an der Universität Nijmegen)
    Mod.: Jürgen Wiebicke


    Montag, 12. Juni
    Der alte weiße Mann. Sündenbock der Nation? Florian Schroeder trifft Norbert Bolz

    Für die Übel dieser Welt kennt die aktuelle Debatte vor allem einen Schuldigen: den alten weißen Mann. Er steht für Kolonialismus, Rassismus und Sexismus, und auf sein Konto gehen sowohl die Armut in der Welt als auch die Zerstörung der Natur und natürlich der Klimawandel. Doch wie wurde er zum Sündenbock, und was steckt hinter dieser kollektiven Schuldzuweisung? In seinem neuen Essay Der alte weiße Mann. Sündenbock der Nation analysiert der Medientheoretiker und Philosoph Norbert Bolz den Begriff und zeigt, wie dieser zur zentralen Symbolfigur in einem kulturellen Bürgerkrieg geworden ist. Dabei wird deutlich: In diesem Konflikt geht es nicht nur um die Zuschreibungen, sondern um die Grundlagen der westlichen Welt. Der Kabarettist Florian Schroeder (»Schluss mit der Meinungsfreiheit! Für mehr Hirn und weniger Hysterie«) spricht und streitet mit Norbert Bolz über einen Zentral- und Kampfbegriff unserer Zeit.


    Dienstag, 13. Juni
    Wo geht’s hier nach links?
    Mit Per Leo und Sahra Wagenknecht

    Wie grenzt man sich von rechts ab? Muss man das überhaupt? Wo fängt Kontaktschuld an? Wie umgehen mit Applaus von der falschen Seite? Ist eine Aussage von vornherein tabu, wenn auch ein:e AfD-Politiker:in sie vertritt? Das sind heikle Fragen, die im Mittelpunkt erhitzter Debatten stehen und das linke Lager spalten. Im Zenit der Auseinandersetzung steht die ehemalige Führungsfigur der Partei »Die Linke«: Sahra Wagenknecht wird von ihren Gegner:innen vorgeworfen, gezielt am rechten Rand zu fischen und mit ihren Überlegungen, eine eigene Partei zu gründen, eine »Querfront« etablieren zu wollen. Auf der phil.cologne diskutiert sie mit dem Historiker Per Leo (»Mit Rechten reden«) über die Bedeutung von links und rechts und das Problem politischer Positionsbestimmung in komplexen Zeiten.
    Mod.: Svenja Flaßpöhler


    Dienstag, 13. Juni
    Über das Unaussprechliche.

    Mit Paul J. Kohtes und Alexander Poraj.
    Musik von Alexandra Kraus

    Die sich überlagernden Metakrisen der Gegenwart führen bei vielen Menschen zu Verunsicherung. Wo Vertrautes zusammenbricht, ist die Sehnsucht nach Rettung groß. Wir sollten uns von dieser Wunschvorstellung verabschieden. »Im Unglück musst du dem Unglück begegnen; wenn du stirbst, dann stirb! Auf diese wundersame Weise kannst du jeder Katastrophe entfliehen«, so der Zen-Meister Ryokan. Womöglich zeigt sich in der radikalen Konfrontation mit dem, was ist, ganz unerwartbar etwas, das trägt – jenseits aller Illusionen. Paul J. Kohtes, Zen-Lehrer und Mitgründer der Mediations-App »7mind«, spricht mit Alexander Poraj-Zakiej, Zen-Meister der Linie »Leere Wolke« und spiritueller Leiter am Benediktushof in Holzkirchen, über das Ankommen in den Zu-Mutungen des Hier und Jetzt und leitet eine Meditation an, die den Horizont weitet, über das Vorstellbare hinaus. Die Shakuhachi-Meisterin Alexandra Kraus begleitet den Abend musikalisch.

    Freitag, 23. Juni
    Pageboy
    Mit Elliot Page und Mark Waschke

    +++Die Veranstaltung wurde von der Kulturkirche in die Stadthalle Köln verlegt. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit. Betroffene Kunden werden per E-Mail von uns informiert.+++

    Berührend und ehrlich erzählt Schauspieler Elliot Page in seinem nun erscheinenden Memoir Pageboy von seinem langen Weg zu sich selbst. Die Hauptrolle in »Juno« brachte für ihn den Durchbruch in Hollywood. Große Rollen und weltweite Berühmtheit folgten. Doch welche persönlichen Opfer mussten dafür gebracht werden? Elliot Page erzählt offen, mutig und mitreißend vom Aufwachsen in der kanadischen Hafenstadt Halifax, von seinem ersten Besuch einer queeren Bar, von einem auf traditionelle Geschlechterrollen fixierten Hollywood, von Sex, Liebe, Trauma und Erfolg – und von der Suche nach einer erfüllenden Identität. Ein Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik und in die unmenschlichen Mechanismen der Filmbranche. »Pageboy« ist eine Aufforderung, uns von den Erwartungen anderer zu befreien, und eine Ode an Selbstbestimmtheit, Mut und Lust auf das Leben.
    Mod.: Marie-Christine Knop, dt. Text: Mark Waschke

    Freitag, 23. Juni
    Joachim Gauck: Erschütterungen.
    Was unsere Demokratie von außen und innen bedroht

    Der russische Überfall auf die Ukraine bedroht unsere liberale Demokratie in einem Moment, in dem sie zugleich auch von innen unter Druck steht. Wie ist es dazu gekommen? In seinem neuen Buch Erschütterungen (gemeinsam mit Helga Hirsch) geht der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck der Frage nach, weshalb das Vertrauen vieler Bürger in unsere liberale Demokratie erschüttert ist. Was bedroht unsere Demokratie von innen heraus? Welche Rolle spielen autoritäre und libertäre Dispositionen in Krisenzeiten? Wie viel Einwanderung verträgt eine Demokratie?

    Zugleich lotet er aus, warum wir heute vor den Scherben einer Ostpolitik stehen, die im Verhältnis zu Russland allzu lange nur auf die Prinzipien „Frieden vor Freiheit“ und „Wandel durch Handel“ gesetzt hat. Joachim Gauck zeigt zugleich auf, wie es uns gelingen kann, auch in Zukunft unsere liberalen Freiheiten zu verteidigen und tatsächlich eine wehrhafte Demokratie zu werden.
    Mod.: N.N.

    Tags: [email protected]

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